3 Wichtige Erkenntnisse über die Angst und 3 Tipps, wie du damit umgehst

Je mehr ich mit Menschen zum Thema Zielerreichung arbeite, umso öfter erkenne ich, wie viel Raum die Angst dabei einnimmt. Wer sich Ziele setzt, bei denen er einen großen Schritt macht, ganz neue Dinge tut oder sich selbst verändern zu muss, sieht sich häufig mit Versagensangst konfrontiert. Kaum jemand ist sich dessen vorher bewusst. Setzen die Ängste ein, wird das Ziel häufig nicht erreicht. Da die Angst dabei nicht immer erkannt wird, wird der Grund häufig woanders gesucht.

Angst (im Allgemeinen) tritt in sehr unterschiedlichen Gewändern auf.

Manchmal zeigt sie sich direkt und das Gefühl Angst ist greifbar.

Viele Menschen versuchen diesem Gefühl aus dem Weg zu gehen und versuchen es zu verdrängen. Oft ist die Angst so gut unterdrückt, dass sie sich dann als Folge daraus in Form von körperlichen Reaktionen äußert. Typische Symptome können häufige Kopfschmerzen, Schlafstörungen und Verspannungen im Schulter- und Nackenbereich sein.

Das dritte „Tarngewand“ ist so blickdicht, dass die Angst darunter häufig nicht erkannt wird: es ist die Prokrastination, ein massives Verschieben von Arbeitsaufgaben.

Angst fällt in der Regel in die Kategorie „unangenehme Gefühle“. Diese möchten wir gerne wegdrücken. Sie sind etwas, womit wir uns nicht beschäftigen wollen. Dabei ist die Angst dein Freund.

Ich sehe gerade, wie du die Stirn runzelst…aber lies einfach mal weiter!

Darf ich vorstellen: Dein Freund, die Angst!

Angst ist ein Gefühl, das man nicht einfach abstellen kann. Denn die Funktion der Angst ist, uns zu beschützen. Sie ist wichtig für unser Überleben. Das heißt nicht, dass sie immer gerechtfertigt ist.

Ein Beispiel dafür: ein Kind wächst in einem Land auf, in dem es giftige Spinnen gibt. Es lernt, dass ihr Biss tödlich sein kann und beobachtet, wie Erwachsene mit Angst auf diese Tiere reagieren. Es übernimmt diese Angst. Dann siedelt es um in ein Land ohne giftige Spinnen. Dort gibt es keinen Grund, Angst vor Spinnen zu haben. Trotzdem hat dieses Kind die Angst so verinnerlicht, dass es sie nicht einfach ablegen kann. Obwohl es weiß, dass von ihnen keine Gefahr ausgeht, erschrickt es weiterhin wenn es sie sieht. Dieses Kind wird erwachsen und bekommt selber ein Kind. Dieses Kind beobachtet die Angst des Elternteils vor Spinnen und übernimmt sie auch. Doch jetzt ist sie nicht mehr gerechtfertigt.

1. Erkenntnis:

Angst lässt sich nicht einfach löschen. Sie warnt uns nachhaltig vor Gefahren. Doch manchmal brauchen wir ihren Schutz nicht mehr, da die scheinbare Bedrohung nicht (mehr) besteht. Deswegen ist es wichtig, die Angst zu hinterfragen. Um das tun zu können, musst du sie jedoch wahrnehmen!

2.  Erkenntnis:

Wenn du Ängste pauschal wegdrückst, hast du keine Chance, sie zu hinterfragen. Da sie nicht einfach weggehen und als Gefühl gefühlt werden wollen, suchen sie sich eine andere Möglichkeit, um in deine Wahrnehmung zu gelangen. Das geschieht dann häufig über körperliche Erkrankungen und dem Gefühl von Schmerz. Diese gehen erst wieder weg, wenn die Ursache Angst aufgelöst ist.

3.  Erkenntnis:

Wenn du nicht bereit bist, Angst zu fühlen und sie auch nicht wegdrücken kannst, versuchst du ihr instinktiv aus dem Weg zu gehen. Das geschieht häufig unbewusst. Du findest scheinbare Begründungen (die in Wirklichkeit Ausreden sind) um der beängstigenden Situation aus dem Weg zu gehen. Ein Beispiel dafür: du hast Angst vor Vorstellungsgesprächen. Daher verschiebst du es immer wieder, Bewerbungen zu schreiben. Damit ist sicher gestellt, dass du keine Einladungen zur Vorstellung bekommst. Das ist Prokrastination.

Doch Vorsicht! Nicht jede Verschieberitis hat als Ursache Angst. Es können auch mangelnde Disziplin, Unlust oder andere Gründe sein. Aber es lohnt sich immer auch zu hinterfragen, ob Angst dabei eine Rolle spielt.

 

Spätestens jetzt hast du wahrscheinlich erkannt, dass Angst dir keine Wahl lässt! Wenn sie da ist, musst du dich mit ihr auseinander setzen. Tust du das nicht, beeinflusst sie dein Leben. Und das häufig auf eine Art, der du dir nicht immer bewusst bist. Deswegen habe ich hier drei Tipps für dich:

 

Tipp Nr. 1- das Gefühl

Sei bereit, deine Angst zu fühlen. Nimm sie wahr. Fühl in deinen Körper, wie und wo sie sich äußert. Hast du ein Druckgefühl im Bauch? Herzrasen? Schweißausbrüche? Einen Druck im Kopf? Oder spürst du sie ganz anders?

Egal wo du sie fühlst, nimm es bewusst war und nimm an, dass du Angst spürst.

 

Tipp Nr. 2 – der Verstand

Wenn du das Gefühl angenommen hast, hinterfrage seine Berechtigung. Finde heraus, was genau dir Angst macht. Wenn du das herausgefunden hast, schau, ob diese Angst angemessen ist. Prüfe, ob du irgendetwas tun kannst, um diese Angst aufzulösen. Viele Ängste sind nebulös. Ihre Ursache ist Unsicherheit, die häufig ihren Grund in mangelndem Wissen hat. Schau ob du die Angst besiegen kannst, indem du Informationen einholst oder dir Unterstützung besorgst. Ein Beispiel dazu:

Nehmen wir an, du hast Prüfungsangst. Du lernst gut und viel und beherrscht den Prüfungsstoff. Trotzdem hast du Angst vor der Prüfung. Bei genauerer Untersuchung stellt sich heraus: du hast keine Angst, dass du die geforderten Antworten nicht weißt, sondern dich verunsichert die Situation als solches. Also holst du jetzt mehr Informationen dazu ein. Du erkundigst dich, wie die Prüfung genau abläuft. Du findest heraus, wer die Prüfer sind und schaust dir den Prüfungsraum vorher schon mal an. Und auf einmal merkst du, dass du viel gelassener geworden bist. Das führt uns zu…..

 

Tipp Nr.3 – Die Angst ist nicht immer was sie zu sein scheint

Häufig benutzen wir einen Überbegriff für unsere Angst. An dem Beispiel der Prüfungsangst kannst du sehen, wie wichtig es ist, sich auf das Gefühl Angst einzulassen um heraus zu finden, was die eigentliche Ursache ist. Erst wenn du diese kennst, kannst du eine Strategie entwickeln, um damit umzugehen. Noch ein Beispiel dazu:

Du hast Angst, vor vielen Menschen zu sprechen. Allein der Gedanke daran macht dich schon unruhig und so versuchst du, solchen Situationen immer wieder aus dem Weg zu gehen. Als du dich endlich auf das Gefühl Angst einlässt findest du heraus, dass es nicht die vielen Menschen sind, die dir Angst machen. Es ist viel mehr die Situation, die dich an eine Prüfungssituation erinnert und du hast Angst, deinen Text zu vergessen. Du beschließt also, dir Karteikarten mit Stichworten zu machen, die du dann während deines Vortrages in der Hand hältst. Jetzt bist du zwar immer noch aufgeregt, wenn du vor vielen Menschen redest, aber es macht dir keine Angst mehr.

 

Zwei besondere Formen der Angst, mit denen du wahrscheinlich nicht rechnest

Die erste ist die Angst, sein Ziel nicht zu erreichen.

Damit meine ich nicht die Menschen, die von Anfang an diese Angst haben. Sie sehen ihr Ziel als unerreichbar und nehmen es erst gar nicht in Angriff.

Ich meine hier diejenigen, die eine Idee haben, sie sich zum Ziel machen, und loslaufen. Du merkst schon beim lesen, dass hier etwas fehlt? Richtig! Die Planung. Manch einer hat keine Lust oder hält es nicht für nötig, einen Zielerreichungsplan zu erstellen. Frei nach dem Motto: „Ich weiß, was ich will und was ich kann“ geht es munter drauf los. Doch dann tauchen Schwierigkeiten auf. Sie haben zu viel oder zu wenig Zeit. Zu wenig Geld. Die eigenen Kompetenzen überschätzt. Umstände vorausgesetzt, die sich geändert haben. Das persönliche Umfeld leidet. Es bleibt kein Raum für private Aktivitäten.

Kurz: es geschehen unvorhergesehene Dinge, die die Erreichung des Ziels in Gefahr bringen.

 

Ein Ziel nicht zu erreichen ist für viele Menschen schlimm, doch für uns Deutsche scheint es schlimmer zu sein, besonders wenn man in der Selbstständigkeit scheitert. Eine Amway Studie hat herausgefunden, dass ca. 59% der Deutschen sich wegen der Angst eines Misserfolgs gegen die Selbstständigkeit entscheiden. (http://news.amway.de/files/2015/11/2010_Study-Part-2.pdf) Anders ist es in den USA. Dort sieht man das Scheitern als eine Entwicklungsmöglichkeit. Hier kann man aus Fehlern lernen und es das nächste Mal besser machen.

 

Ganz egal, ob die Angst, ein Ziel nicht zu erreichen, von Anfang an da ist oder sich erst auf dem Weg zum Ziel entwickelt: sie ist häufig der Grund, warum das Ziel nicht erreicht wird. Die Angst lähmt, verunsichert, blockiert dich. Sie verhindert, dass du dein gesamtes Potential nutzt.

 

Die zweite Form ist die Angst, dass du dein Ziel erreichst

Diese Angst tritt häufig dann auf, wenn das Ziel in erreichbare Nähe rückt und du dir plötzlich bewusst wirst, was es bedeutet, dieses Ziel zu erreichen. Plötzlich erkennst du, wie dein Leben sich ändern wird. Welchen Einfluss es auf dein Umfeld hat, welche Konsequenzen es für dein Leben hat. An dieser Stelle tarnt sich die Angst häufig mit Prokrastination. Diese Angst ist unterschwellig, eher ein ungutes Gefühl, dass dich dazu bringt, einen entscheidenden Schritt hinaus zu zögern.

Diese Angst wird nicht auftreten, wenn du vorher eine gut Zielplanung gemacht hast. Dann hast du auch diese Punkte schon im Vorfeld bedacht und geprüft. Du hast schon entschieden, dass dieser Wandel am Ziel das ist, was du möchtest und freust dich darauf.

Fazit

Die Angst gehört zu unserem Leben. Wir können nicht entscheiden, ob wir sie wollen oder nicht. Wenn sie da ist, müssen wir mit ihr umgehen. Dabei hilft dir der 3-Schritte-Plan, indem du  die Angst:

  • erkennst
  • annnimmst
  • hinterfragst

So kannst du auf begründete Ängste reagieren und unbegründete entlarven.

Lass dich von deinen Ängsten nicht abhalten, zu leben. Lerne, mit deinen Ängsten zu leben!

 

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