Das Muttersein hat mich neue Kompetenzen gelehrt und bestehende vertieft. Dass viele davon später eine große Hilfe in meiner Selbstständigkeit sein würden, war mir damals nicht bewusst. Heute sehe ich rückblickend, dass das Muttersein eine selbstständige Tätigkeit ist. Und das nicht nur für Frauen wie mich, die alleinerziehend sind. Auch Frauen im klassischen Familiengefüge mit Partner sind häufig Solopreneure: hier ist die Frau (häufig allein) zuständig für alle Belange der Familie und der Mann sorgt für die Existenzsicherung.

Wie viel ich in dieser Zeit gelernt habe, war mir damals nicht bewusst. Wie viele andere Frauen bin ich in meine Aufgaben hineingewachsen. Deswegen empfinden die meisten Menschen diese Entwicklung als selbstverständlich. Zu selbstverständlich, würde ich heute sagen.

Doch lass uns mal zusammen schauen, was wir da so alles leisten oder geleistet haben, damit wir es richtig wertschätzen können

7 häufig unterschätzte Kompetenzen

1.Kompetenz: Lernen in jeder Lebenslage

Es ist unglaublich, was ich allein im ersten Jahr nach der Geburt meiner Tochter alles gelernt habe. Ja klar, man lernt sein Leben lang. Aber in dieser Intensität hatte ich das letzte Mal für den Abschluss meiner Berufsausbildung gelernt. Jetzt tauchte ich auf einmal in neue Themen ein: Ernährung für Babys und stillende Mütter, Diagnostik von Krankheiten, alternative Heilmethoden.

Heute ziehe ich daraus zwei wichtige Erkenntnisse:

a) Trotz Fulltime-Job als Mutter fand ich die Zeit, um mich zu informieren und zu lernen. Auch in der Selbstständigkeit ist der Tag häufig durchgetaktet. Trotzdem: auch hier finde ich Nischen, um mir wichtiges Wissen anzueignen.

b)Lernen am Vorbild ist leichter. Ich habe immer geguckt, wie andere Mütter es gemacht haben. Dabei habe ich nicht alles von ihnen einfach eins zu eins übernommen. Ich habe so lange gesucht, bis ich etwas gefunden habe, was bei ihnen gut klappte und das sich gut und richtig für mich und meine Tochter angefühlt hat.

In meiner Selbstständigkeit habe ich es genauso gemacht. Ich habe mir Vorbilder gesucht. Mit einigen bin ich im Gespräch, von anderen habe ich Bücher gelesen. Ich habe ihre Auftritte im Fernsehen verfolgt, schaue YouTube Videos von ihnen und folge ihnen im Internet.

2.Kompetenz: Netzwerken

Ich habe Netzwerke genutzt. Einmal in der Woche trafen wir uns im Mütterzentrum zum Kaffeetrinken. Die Kinder spielten mit einer Erzieherin, wir tauschten uns aus und vernetzten uns. In der Gruppe für Wassergymnastik für Schwangere, Babymassagen oder später in der Krabbelgruppe: überall wurden Fäden gesponnen für gegenseitige Vernetzungen. Wir alle halfen und unterstützten uns gegenseitig.

Genau so halte ich es heute: Konkurrenzgedanken sind kontraproduktiv. Sie isolieren dich innerhalb deiner Branche. Vernetzungen sind wichtig und Zukunft-führend. Dadurch bist du Teil jeder neuen Entwicklung und erkennst aufkommende Trends. Du hast einen besseren Überblick, was sich in deinem Arbeitsfeld verändert und kannst darauf reagieren. Kooperationen, die du mit Kollegen und Kolleginnen eingehst, sind für beide Seiten gewinnbringend. Du lernst von anderen und andere von dir. Vernetzungen bringen dir mehr Aufträge.

3.Kompetenz: Zeitmanagement bis ins kleinste Detail

Zeit nutzen, wenn man sie hat. Das geht nur, wenn das Kind schläft oder eigenes Beschäftigungsprogramm hat. Ich habe jede Zeitnische effektiv mit den Dingen gefüllt, die mir wichtig waren.

Für deinen Businessalltag bedeutet das: wenn du es geschafft hast, zusätzlichen Raum neben deinem Kind zu finden, findest du ihn auch hier.

Um möglichst viele eigene Aktivitäten unterzubringen, hat es sich für mich bewährt, um die Ecke zu denken. Damit meine ich, wenn du wegen dem Kind keinen festen Zeitplan verfolgen kannst wie einen regelmäßigen Kurs zu besuchen, finde zum Beispiel alternative Lernmöglichkeiten. Bücher oder ein persönlicher Austausch über das Telefon (letztes Jahrhundert, meine Tochter wurde 1994 geboren *grins*) waren damals meine Wege. Heute gibt es noch mehr tolle Alternativen: Webinare, YouTube Videos, Fernstudiengänge.

Alternative Lernmöglichkeiten zu finden ist nur ein Beispiel dafür, wie sich meine Kreativität während dieser Zeit geschult hat. Heute profitiere ich davon, dass ich auch im Business ungewöhnliche Wege gehe.

4. Kompetenz: Prioritäten aus dem Stand festlegen

Und noch etwas habe ich aus meinem Zeitmanagement als Mutter für heute mitgenommen: Prioritäten fest zu legen ist mir damals in Fleisch und Blut übergegangen. Zeit, die für mich persönlich zur Verfügung stand, war knapp. Nur durch das Setzen von Prioritäten bin ich dazu gekommen, wirklich das tun zu können, was mir wichtig war.

Das kann ich auch heute noch sehr schnell und einfach.

Wenn du damit Probleme hast, frag dich: Wenn ich 1Stunde Zeit hätte, was genau will ich danach erledigt haben?

5. Kompetenz: Gesunde Ernährung, auch wenn man wenig Zeit hat

Gesunde Ernährung ist das Super Plus für unseren Körper. Niemand würde auf die Idee kommen, einen Ferrari mit Normalbenzin aufzutanken. Doch genau das tun wir, wenn wir unter der erhöhten Belastung als Mutter oder Selbstständige nicht auf gehaltvolle Ernährung achten. Als Mutter kam meine Motivation dazu aus dem Wunsch, für meine Tochter nur das Beste zu wollen. Ich habe lange gestillt und mich in der Zeit sehr intensiv mit dem Thema Ernährung und ihr Nährstoffgehalt beschäftigt. Aus der Zeit bestehen noch heute viele gute Gewohnheiten, die sich damals eingeschliffen haben. Doch was noch weitaus wichtiger ist, ist dass ich mir heute bewusst bin um die Wirksamkeit von Ernährungsbestandteilen.

Als Selbstständige weiß ich, dass ich oft eine körperliche Belastung wie ein Hochleistungssportler habe und meine Ernährung dementsprechend anpassen muss.

6. Kompetenz: Lösungen finden, auch dort, wo es keine zu geben scheint

Es gibt immer eine Lösung. Für alles! Okay, manchmal gefällt uns die Lösung nicht, weil sie unbequem ist oder Konsequenzen nach sich zieht, die wir lieber meiden würden. Dann müssen wir abwägen. Manchmal ist sie auch echt schwer zu finden. Wir müssen Dinge von einer anderen Warte aus betrachten oder scheinbar Unmögliches in Betracht ziehen. Doch wenn wir ehrlich sind: für unsere Kinder finden wir immer eine Lösung! Die gleiche Mühe sollten wir uns auch für uns geben!

Heute bin ich genau so hartnäckig (oder stur, je nachdem wie du es bezeichnen möchtest 😉 )bei meinen Herausforderungen.

7. Kompetenz: Regenerieren, auch wenn scheinbar keine Zeit dafür da ist

Ich – Zeit ist wichtig! Zeit, die nur dafür da ist, dass ich mich entspannen kann, Spaß habe oder etwas tue, nur weil ich grade Lust dazu habe. In dieser Zeit regeneriere ich. Ich sammele Kraft und Energie. Das ist der Ausgleich zum Alltag: als Mutter genau so wie als Selbstständige. Das tolle daran: Wenn du einmal gelernt hast, in kurzer Zeit effektiv zu regenerieren, bist du hinterher wieder viel leistungsfähiger. Dadurch arbeitest du effizienter und holst die Entspannungszeit wieder raus.

In meinem Arbeitsalltag halte ich es genauso. Vor allem, wenn der Tag lang zu werden scheint, sind regelmäßige Pausen wichtig. Sie erhöhen deine Lebensqualität und steigern deine Leistungsfähigkeit.

Zum Schluss wünsche ich dir 3 Dinge

1.Erkenne deine Leistung an

Wenn du dich im Momente ganz auf deine Aufgabe als Mutter und Partnerin konzentrierst, sei dir bewusst, dass du einen wichtigen und hochwertigen Job machst. Und dass nicht nur dein Kind sondern auch du dich in dieser Zeit weiter entwickelst. Lass dir von keinem (Arbeitgeber) einreden, du hättest „ausgesetzt“. Betrachte es als eine Weiterbildung in sozialer Kompetenz und Management.

2. Finde deine Lösung

….wenn du noch zauderst, ob du dich selbstständig machen sollst oder nicht. Oder du dich grade fragst, ob du dich mit einer Selbstständigkeit neben dem Muttersein überforderst, schau, wie viele Lösungen du schon gefunden hast. Du wirst auch jetzt eine finden!

3.Sei selbstbewusst

Trete nach oder während deiner Elternzeit wieder selbstbewusst ins Berufsleben ein. Kein Mann, der nicht selbst Elternzeit genommen hat, kann nachvollziehen, was du alles gelernt und geleistet hast. Aber das macht nichts. Es reicht, wenn du dir dessen bewusst bist und es ausstrahlst. Sei stolz auf deine Selbstständigkeit!

 

Die Werbung bezeichnet uns als „Managerin eines erfolgreichen Familienunternehmens“.

Nur wenige Frauen würden das über sich selber sagen.

Ich hoffe, nach diesem Artikel gehörst du voller Überzeugung dazu!

Wenn du das erkannt hast, weißt du, dass du auch jedes andere Unternehmen managen kannst!

 

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